Ausstellung vom 15. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018

Haus Schlesien
Dokumentations- und Informationszentrum für schlesische Landeskunde
Dollendorferstr. 412
53639 Königswinter-Heisterbacherrott
Tel.: 0 22 44 / 886-231
www.hausschlesien.de

Öffnungszeiten: Di–Fr 10–12, 13–17 Uhr, Sa, So und Feiertag 11–18 Uhr
Eintritt: 3,00 EUR, Schüler und Studenten 1,50 EUR

Typisch schlesisch!?
Regionalbewusstsein und schlesische Identitäten

Mit „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ veröffentlichte der deutsche Philosoph Richard David Precht im Jahr 2007 ein Sachbuch zu Fragen der Philosophie, das zu einem Bestseller und dessen Titel bald zum geflügelten Wort wurde, gerne auch in der ein oder anderen Abwandlung des Originaltitels. Eine solche bietet sich auch bei der Frage nach dem regionalen Zugehörigkeitsgefühl und der Identifikation mit der Region Schlesien an. Mit der Frage nach der „Schlesischen Identität“ befasst sich die neue Sonderausstellung im HAUS SCHLESIEN mit einem erweiterten Blickwinkel. Ganz bewusst geht die Ausstellung nicht nur auf die Identität der vertriebenen Schlesier ein, sondern fragt über Zeit- und Landesgrenzen hinweg wer sich, warum mit Schlesien identifiziert.

Die zweisprachige Ausstellung ist ein gemeinsam mit sechs polnischen Partnerinstitutionen erarbeitetes Projekt und verfolgt mit diesem binationalen Ansatz die Absicht, in Deutschland bzw. Polen die Sichtweise der jeweils Anderen zu verdeutlichen und zur gegenseitigen Verständigung beizutragen.

Die Eröffnung der Ausstellung im HAUS SCHLESIEN findet am Sonntag, dem 15. Oktober, um 15 Uhr, im Beisein von Dr. Helmut Herles, Chefredakteur a.D. des General-Anzeigers Bonn, der den Einführungsvortrag zum Thema „Wer bin ich – Anmerkungen zu meiner böhmisch-deutsch-europäischen Identität“ halten wird und Sokratis Theodoridis, Bürgermeister der Stadt Königswinter, statt. Hierzu sind Sie herzlich eingeladen.

Typisch schlesisch!?
Regionalbewusstsein und schlesische Identitäten

Ein Ausstellungsprojekt von HAUS SCHLESIEN in Kooperation mit den Museen in Neisse (Nysa), Neustadt (Prudnik), Hirschberg (Jelenia Góra), Teschen (Cieszyn), Schwientochlowitz (Świętochłowice) und Grünberg (Zielona Góra).
Mit „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ veröffentlichte der deutsche Philosoph Richard David Precht im Jahr 2007 ein Sachbuch zu Fragen der Philosophie, das zu einem Bestseller und dessen Titel bald zum geflügelten Wort wurde, gerne auch in der ein oder anderen Abwandlung des Originaltitels. Eine solche bietet sich auch bei der Frage nach dem regionalen Zugehörigkeitsgefühl und der Identifikation mit der Region Schlesien an. Ganz im Sinne Prechts könnte man formulieren: „Gibt es eine schlesische Identität – und wenn ja, wie viele?“ Dieser einen sind drei vermeintlich deutlich einfachere Fragen vorangestellt – Wo ist Schlesien? Wer ist Schlesier? Was ist typisch schlesisch? – Drei Fragen, die im ersten Moment zwar banal klingen, aber äußerst komplex sind.

Wo ist Schlesien?

Schlesien lag zwischen Brandenburg, Sachsen, Böhmen und Polen, war preußische Provinz, gehörte zum Deutschen Reich, war geteilt liegt im Süden Polens,… Die Region Schlesien hat eine wechselvolle Geschichte. Über die Jahrhunderte war sie Schnittpunkt verschiedener Kulturen, unterlag wechselnden territorialen Zugehörigkeiten und war Teil oder gar Mittelpunkt zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen. Im Hochmittelalter stand Schlesien unter der Vorherrschaft der polnischen Piasten, spaltete sich in viele kleine Teilfürstentümer, bevor es an die böhmische Krone fiel. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte Schlesien rund 200 Jahre zum Habsburger Reich, danach eroberte es Friedrich II., und die Region wurde preußisch. Aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen 1815 Teile der Oberlausitz hinzu. Seit 1870 zum Deutschen Reich gehörig, wurden nach dem Ersten Weltkrieg Ostoberschlesien und rund die Hälfte der Kreise Groß Wartenberg und Namslau Polen angegliedert. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der größte Teil Schlesiens unter polnische Verwaltung gestellt, ein kleiner Teil kam zur Tschechoslowakei, ein Zipfel verblieb bei Deutschland. Mit dem deutsch-polnischen Vertrag von 1990 wurde die Grenze zwischen Deutschland und Polen auch völkerrechtlich verbindlich. Heute ist die Region Schlesien auf vier polnische Woiwodschaften verteilt – die Woiwodschaften Lebus, Niederschlesien, Schlesien(Oberschlesien) und Oppeln – ein Teil liegt auf dem Gebiet der Tschechischen Republik, und der westlichste gehört zu Sachsen.

Das gemeinhin als Schlesien bezeichnete Territorium ist also einem steten Wandel unterzogen gewesen, in dem es immer wieder zu Teilungen kam, sich Regionen separiert haben, hinzukamen oder abgetrennt wurden. Vor allem die im 12. Jahrhundert entstandene Zweiteilung in einen ober- und einen niederschlesischen Teil hielt sich über die Jahrhunderte.

er ist Schlesier?

Mit den wechselnden Herrschaftsverhältnissen und Grenzverschiebungen war vielfach auch Zu- und Abwanderung verbunden, Siedler wurden nach Schlesien geholt, Flüchtlinge aufgenommen. Aufgrund der in Potsdam beschlossenen Zwangsaussiedlung aller Deutschen und der teilweise ebenfalls erzwungenen Ansiedlung von Polen, kam es 1945 zu einem fast vollständigen Bevölkerungsaustausch. Durch die wechselhafte Geschichte waren die Menschen vielerlei Einflüssen ausgesetzt, die zu unterschiedlichen Entwicklungen geführt haben, was wiederum Auswirkungen auf ihre Mentalität und Wesensart hatte. In Schlesien lebte und lebt eine heterogene Gesellschaft, die nur bedingt durch gemeinsame Sprache, einheitliche administrative oder kirchliche Strukturen verbunden war und ist. Zudem gibt es neben den Bewohnern der Region die vielen aus Schlesien vertriebenen Deutschen und ihre Nachkommen, d.h. außerhalb der ohnehin schon unscharfen Grenzen lebende Menschen, die sich ebenfalls als Schlesier fühlen.

Was ist typisch schlesisch?

Mohnkuchen und schlesische Weißwurst? Oder doch etwas weniger kulinarisch und eher intellektuell betrachtet die viel gerühmte „Schlesische Toleranz“? Bei der dritten Frage gibt es vermutlich schnell viele Antworten, aber auch fast genauso viele Klischees. Was eint nun wirklich die Schlesier? Was verbindet die früheren und die heutigen Bewohner? Was lässt sie mit Überzeugung oder gar Stolz sagen, dass sie „Schlesier“ sind, die sich zu ihrer Region bekennen, sich mit ihr identifizieren?

All diesen Fragen und Gedanken möchte die neue Sonderausstellung „Typisch schlesisch!? Regionalbewusstsein und schlesische Identitäten“ nachgehen und den Besuchern Denkanstöße bieten. Sie setzt sich damit auseinander, inwieweit die Bewohner Schlesiens sich „ihrer Region“ zugehörig fühlten und fühlen und ob sie sich mit ihr identifiziert haben bzw. es heute noch tun. Sie befasst sich damit, was die prägenden Elemente der Region Schlesien in Vergangenheit und Gegenwart sind bzw. was wer unter „typisch schlesisch“ versteht. Dabei geht sie auf Klischees, Meinungen und Vorurteile ein, fragt nach politischen und kulturellen Identitäten und den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen „alten“ und „neuen“ Schlesiern.

Um dem Besucher ganz unterschiedliche Perspektiven zu bieten, erfolgt die inhaltliche Aufarbeitung des Themas zum wiederholten Mal in Zusammenarbeit mit polnischen Partnerinstitutionen. Als Kooperationspartner wirken das Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum) in Hirschberg, das Muzeum Ziemi Lubuskiej (Museum des Lebuser Landes) in Grünberg, das Muzeum Powiatowe (Kreismuseum) in Neisse, das Muzeum Ziemi Prudnickiej (Museum des Neustädter Landes) in Neustadt und das Muzeum Powstań Śląskich (Museum der schlesischen Aufstände) in Schwientochlowitz mit. Zur Ausstellung, die durch das Land Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert wird, wird eine zweisprachige Begleitbroschüre erscheinen.

Eines kann hier vorab schon verraten werden: die eine „Schlesische Identität“ gibt es nicht, wohl aber eine Identifikation mit dem regionalen Umfeld. Wer allerdings mehr wissen will, vor allem wie und warum, d.h. wie sich das Regionalbewusstsein darstellt und warum es trotz der wechselvollen Geschichte ein Gefühl der Zugehörigkeit gibt, der möge persönlich vorbeischauen und sich sein eigenes Bild über das Regionalbewusstsein der Schlesier machen.

Regionale Identität ist Geschmackssache…

Bild: Haus Schlesien

„Meiner Heimat gute Gaben: Striezel, Streußelkuchen, Baben!“ dichtete Friedrich Bischoff über seine schlesische Heimat. Mit typischen Speisen aus ihrer Heimat verbinden die meisten Menschen positive Erinnerungen und ihre Rezepte werden über Generationen weitergegeben. Die enge Verbindung zwischen einer Region und ihrer Esskultur, erkennt man nicht nur in den Souvenirläden und Gasthöfen für die Touristen, wo stets die heimischen Spezialitäten angeboten werden, sondern auch an einer wachsenden Zahl von Kochbüchern und bekannten Sterneköchen, die die regionale Küche zelebrieren. Wenn es darum geht, sich abzugrenzen und die Bewohner anderer Landstriche abzuwerten, wird die regionale Küche schon immer gerne mit der Mentalität verknüpft: nicht umsonst bezeichnet manch einer die Norddeutschen als „Fischköppe“ oder Schwaben als „Spätzlefresser“.

Es sind regionale Zutaten, besondere Gewürze und spezielle Techniken in der Zubereitung, die den typischen Geschmack der regionalen Küche und damit die kulturelle Identität einer Region prägen. Dass die Bürokratie einem aber manchmal den Appetit verderben kann, zeigt ein Blick nach Luxemburg zum Europäischen Gerichtshof.

Im Jahr 2011 reichte der Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerkes dort Klage dagegen ein, dass den deutschen Bäckern untersagt wurde, ihr Backwerk als „Schlesischen Streuselkuchen“ zu bezeichnen. Grund hierfür war der Eintrag des Schlesischen Streuselkuchen unter seiner polnischen Bezeichnung „Kolacz Śląski“ in das Register der geschützten geografischen Angaben für die Woiwodschaft Oppeln und Teile der Woiwodschaft Schlesien durch die Europäische Kommission.

Seit 1992 schützt das EU-Recht Herkunftsangaben und traditionelle Spezialitäten im Bereich der Lebensmittelproduktion durch bestimmte „Gütesiegel“. Dass eine Thüringer Rostbratwurst nicht unbedingt aus Schleswig-Holstein kommen sollte, klingt zunächst logisch. Eine Region bzw. eine Landschaft ist räumlich festgelegt und verschiebt sich nicht. Andererseits ist ein Streuselkuchen aber wohl nicht „schlesisch“, weil der Backofen auf schlesischem Boden steht, sondern vielmehr sind es die Zutaten und die besondere Zubereitung des Gebäcks, die ihn „schlesisch“ machen.

Und so begründete der Zentralverband der Bäcker seinen Protest unter anderem damit, dass der schlesische Streuselkuchen auch ein Teil der Kultur der in Deutschland lebenden Bürger mit schlesischen Wurzeln sei, die aufgrund der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg Schlesien verlassen mussten und heute in der ganzen Bundesrepublik ansässig sind. Das Europäische Gericht entschied ganz diplomatisch, dass nur der polnische Begriff „Kolacz Śląski“ geografisch geschützt sei und der „Schlesische Streuselkuchen“ damit auch weiterhin von deutschen Bäckern verkauft werden könne. Als Begründung wurde ein redaktioneller Fehler aufgeführt. Diese, zu allen „guten“ Vorurteilen über die Bürokratie der EU passende Begründung rettete den Vertriebenen ihren schlesischen Streuselkuchen und vor allem manchem deutschen Bäcker sein Sortiment. Aber eine grundlegende Antwort auf die Frage, wann ein Gebäck „schlesisch“ ist, gibt sie nicht.

Die Identifikation mit einer Region, hängt von vielen Faktoren ab, von weit mehr als der Tatsache, ob man in dieser Region lebt und arbeitet. Sie ist in starkem Maße dadurch geprägt, welche Gefühle, Erinnerungen und Erlebnisse man mit ihr verknüpft. Häufig bleibt der Ort der Kindheit ein Leben lang „Heimat“, trotz mehrfacher Ortswechsel. Gerade Abwanderung und der damit verbundene Verlust des vertrauten Umfelds stellen für die Betroffenen einen gravierenden Einschnitt dar, was häufig zum Aufkeimen bis dahin kaum wahrgenommener „Heimatgefühle“ führt. Negative Erlebnisse und erzwungene Abschiede erschweren hingegen die Identifikation mit dem neuen Umfeld. Bei einer gewaltsamen Vertreibung ist das besonders ausgeprägt, was das Festhalten an Traditionen aus der verlorenen Heimat noch verstärkt. Damit spielt das Essen eine wichtige Rolle, denn heimatliche Gerichte sind ein einfacher Weg, Vertrautheit in die neue Umgebung zu holen. Deshalb auch ist der „Schlesische Streuselkuchen“ für die heimatvertriebenen Schlesier mindestens so wichtig für ihre Identität wie für die Einwohner Oberschlesiens und des Oppelner Landes.

Welche Bedeutung die kulinarischen Genüsse bei der Auseinandersetzung mit der „schlesischen Identität“ haben, ist auch in der aktuellen Sonderausstellung „Typisch schlesisch!? Regionalbewusstsein und schlesische Identitäten“ im HAUS SCHLESIEN zu erkennen. Gleich neben dem Eingang können die Besucher auf einem Zettel notieren, was für sie „typisch schlesisch“ ist. Seit der Eröffnung haben schon einige ihre Gedanken dort in Stichworten notiert. Und eines fällt sofort auf, rund Dreiviertel der Bemerkungen beziehen sich auf kulinarische Köstlichkeiten der schlesischen Küche. Von „Mohkließla“ und „Liegnitzer Bomben“ ist ebenso die Rede wie von „Zurek“ und dem schon erwähnten „Streuselkuchen“.

Man kann daraus also den Schluss ziehen: regionale Identität geht durch den Magen oder an der Lieblingsspeise erkennt man den Schlesier. Vor allem aber: regionale Identität ist Geschmackssache… (Silke Findeisen)

Öffentliches Rahmenprogramm zur Ausstellung

Donnerstag, 16. November von 14:30 – 15:15 Uhr
Öffentliche Führung
Identitätsstiftende Traditionen und Legenden
Was die Schlesier verbindet und ihnen ein Gefühl regionaler Zugehörigkeit vermittelt.
Die Führung ist kostenlos, Eintritt 3,– EUR, ermäßigt 1,50 EUR

Samstag, 18. November von 10 – 20 Uhr
Tagung
Regionale Identität – Ursache und Wirkung
Tagung zum Thema Heimatgefühle in Zeiten der Globalisierung?

Die Tagung sucht am Beispiel Schlesiens und des Rheinlandes Antworten auf die Fragen nach dem Entstehen von Regionalbewusstsein, der Identifikation mit dem regionalen Umfeld und deren Bedeutung. Neben einleitenden Beiträgen zum Entstehen und den Erscheinungsformen regionaler Identität allgemein werden einzelne Phänomene näher beleuchtet, unterschiedliche Aspekte beispielhaft aufgegriffen und in ihrer rheinischen bzw. schlesischen Besonderheit vorgestellt. Den Abschluss bildet ein schlesisch-rheinischer Abend mit Spezialitätenessen, musikalischer Begleitung und humoristisch-mundartlichen Beiträgen von Ingeborg Lachmann und Hans Remig.

Eine Tagung von HAUS SCHLESIEN in Zusammenarbeit mit dem Heimat und Geschichtsverein Beuel, dem Bund Heimat und Umwelt e.V., der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, dem Studienhaus für Keltische Sprachen und Kulturen und der VHS Siebengebirge. Entgelt 49,– € incl. Mittagsimbiss, zwei Kaffeepausen und Spezialitätenessen beim schlesisch-rheinischen Abend. Weitere Informationen zum Tagungsprogramm und Anmeldungen unter 0 22 44 / 886 231, kultur@hausschlesien.de oder www.hausschlesien.de.

Mittwoch, 29. November um 19 Uhr
Lesung
Schlesische Erfahrungswelten
„Die vielen Tode unseres Opas Jurek“
Eine Lesung und Diskussion mit dem Schriftsteller Matthias Nawrat

Opa Jurek eröffnete nach dem Krieg im oberschlesischen Oppeln/Opole ein Lebensmittelgeschäft und steigt im Laufe seines bewegten Lebens bis zum Kaufhausdirektor auf. An seinem Leben davor, dazwischen und danach entfaltet sich eine deutsch-polnische Geschichte zwischen Kindheit und Alltag, Politik und Kriegserfahrung und einer Menge Humor. Matthias Nawrat lässt in seinem Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ die Hauptfigur in 32 Episoden seine Familien- und Lebensgeschichte erzählen, zwischen der Kindheit in Warschau, der Gefangenschaft in Auschwitz, dem Heimischwerden in Oppeln und Polens Aufbruch nach 1989. Die Geschichte des schlesischen Oppeln und Jureks Verwandtschaft in Deutschland bieten eine Reihe autobiographische Anknüpfungspunkte aus dem Leben des Autors. Matthias Nawrat wird aus seinem neusten Roman und weiteren Texten lesen und im Anschluss mit dem Publikum über die Komplexität (ober-)schlesischer Erfahrungswelten ins Gespräch kommen. Matthias Nawrat, 1979 im oberschlesischen Oppeln/Opole geboren, siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um und lebt heute in Berlin. Er studierte in Freiburg/Br. und Heidelberg sowie am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Für seine bisher drei Romane erhielt er zahlreiche Literaturpreise.

Eine Veranstaltung von HAUS SCHLESIEN, Literaturhaus Bonn, Literatur im Siebengebirge e.V. und dem Kulturreferat für Oberschlesien. Entgelt 5 €, ermäßigt 2,50 € (Mitglieder des Vereins HAUS SCHLESIEN e.V. und der Literaturvereine, Schüler und Studenten)

Donnerstag, 21. Dezember von 14:30 – 15:15 Uhr
Öffentliche Führung
„ [F]ühle ich mich trotz aller Wandlungen der Zeit mit Schlesien […] verbunden“ (Meckauer)
Wie in der Fremde das Gefühl der Verbundenheit zu Land und Landsleuten wächst.
Die Führung ist kostenlos, Eintritt 3,– EUR, ermäßigt 1,50 EUR

Donnerstag, 18. Januar von 14:30 – 15:15 Uhr
Öffentliche Führung
Lokalpatriotismus versus regionale Identität
Verbindendes und Trennendes zwischen den einzelnen schlesischen Teilregionen.
Die Führung ist kostenlos, Eintritt 3,– EUR, ermäßigt 1,50 EUR

Donnerstag, 15. Februar von 14:30 – 15:15 Uhr
Öffentliche Führung
„[E]in sonderbar schönes, sinnliches und begreifliches Ganzes“ (Goethe)
Schlesier und ihre Heimatverbundenheit in der schlesischen Literatur.
Die Führung ist kostenlos, Eintritt 3,– EUR, ermäßigt 1,50 EUR

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