Krippen und weihnachtliches Brauchtum zeigt Haus Schlesien wieder vom 6. Dezember 2019 bis 2. Februar 2020. Zu sehen sind dabei nicht nur schlesische und internationale Krippen sondern es werden auch andere Bräuche wie der Putzapfel vorgestellt oder es finden sich Käthe Kruse Puppen, die einst einmal auf einem Gabentisch Kinderaugen zum Glänzen gebracht haben.

Es muss gar nicht immer die ausladende Krippenlandschaft sein, Platz ist in der kleinsten Nuss für Maria und Josef und Jesuskind. Unendlich viel Fingerfertigkeit und Liebe fürs Detail steckt in den kleinen Walnusskrippen, den kleinsten Krippen aus der Sammlung HAUS SCHLESIEN. Kleine Holzkugeln dienten den Krippenbauern als Köpfe, die Gewänder der Mini-Figürchen wurden aus Filz gearbeitet. Aber auch im Miniaturformat von Hand geschnitzt passen Maria, Josef und das Jesuskind in so eine Nusskrippe hinein.

Seit Jahrhunderten ist es Tradition, mit dem Aufstellen einer Krippe das Wunder von Christi Geburt zu veranschaulichen – ein Brauch, der sich vom 17. Jahrhundert an auch überall in Schlesien verbreitete. Beeinflusst von den verschiedenen Kunsthandwerkertraditionen und Gegebenheiten entstanden in den einzelnen Regionen Schlesiens Krippen aus ganz unterschiedlichen Materialien. So wurde die Heilige Familie zum Beispiel in der Bunzlauer Gegend aus Ton angefertigt. Hier zogen Maria und Josef nicht in einen Stall, sondern auch schon mal in einen dekorativen Keramikkrug ein.

Noch viele verschiedenste  Krippen werden in der Ausstellung zu bewundern sein, darunter eine Krippe mit filigranen geklöppelten Figürchen, eine Alabasterkrippe, Krippen aus Papier oder Krippendioramen. Letztere sind eine ganz besondere Art, die gesamte Weihnachtsgeschichte anschaulich darzustellen. Hier vollzieht sich das Weihnachtswunder in einem mit einer Glasscheibe versehenen, bildähnlichen Holzkasten. Solche Dioramen wurden manchmal auch „faule Krippe“ genannt, weil man sie zur Weihnachtszeit einfach nur rausholen und aufhängen musste, anstatt die gesamte Krippenlandschaft in jedem Jahr wieder neu aufzubauen.

Neben den großen und kleinen Krippen erzählt die Ausstellung auch viel vom schlesischen Weihnachtsbrauchtum. So wurde der mit Münzen gespickte Putzapfel zum Beispiel als Weihnachtsgabe an Knechte und Mägde überreicht. Ein Brauch, der in einigen Regionen Schlesiens vorkam, ist das Weihnachtszepter. Diese festlich verzierten und bemalten sowie mit Kerzen versehenen Holzgestelle wurden Heiligabend mit in die Kirche genommen. Bis zu drei Meter konnten diese Zepter in die Höhe ragen, welche von Generation zu Generation in den Familien weitergegeben wurden.

KONTAKT UND INFORMATION
HAUS SCHLESIEN – Dokumentations- und Informationszentrum für schlesische Landeskunde
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Foto: PR-Bild des Veranstalters