Mitglieder des Geschichtsvereins Unkel haben unter der Regie von Doris Fortuin ein neues Theaterstück der Autorinnen Elsbeth Bovy und Gisela Meitzner einstudiert. Es behandelt das Schicksal des Unkeler Amts-Bürgermeisters Josef Decku, der 1933 von den Nazis aus dem Amt gedrängt wurde.

Decku wurde 1889 in Köln geboren und war später in der Kommunalverwaltung unter Konrad Adenauer tätig. Wie dieser gehörte Decku dem Zentrum an. In Unkel trieb er zunächst vor allem den Ausbau der Infrastruktur voran: eine Straße nach Bruchhausen und eine Umgehungsstraße wurden gebaut, ebenso die Flutbrücke in Heister. Die Wasserversorgung wurde erweitert, die Schule und das Christinenstift modernisiert.

Das Theaterstück von Elisabeth Bovy und Gisela Meitzner befasst sich im ersten Teil damit, wie Josef Decku das Amt Unkel durch die schwierige Zwischenkriegszeit führte. Der zweite Teil stellt dar, wie Decku von den Nazis drangsaliert und aus dem Bürgermeisteramt gedrängt wurde und wie sich das auf seine Familie auswirkte. Grundlage der Handlung sind die Akten aus dem Unkeler Stadtarchiv und andere Zeugnisse aus den 20-er und 30-er Jahren. Gleichwohl handelt es sich nicht um eine Dokumentation, sondern um die lebendige Story über einen couragierten Amtsträger und Vater von 6 Kindern. Sein mutiges Auftreten als Stadt- und Familienvater wird in teils heiteren, teils dramatischen Szenen dargestellt.

Decku verbrachte den Krieg mit seiner Familie im Hunsrück, lebte danach in Bonn und starb 1965 in St. Wendel. Sein Schicksal ist ein Beispiel dafür, wie die national-sozialistischen Machthaber Funktionsträger, die ihnen im Weg waren, aus ihren Ämtern vertrieben. Dieser Politik fielen zahlreche Bürgermeister, Landräte, Richter und Polizei-beamte zum Opfer. An sie alle will der Geschichtsverein mit seinem Theaterstück erinnern.

Die Premiere ist am Freitag, 12. August um 19 Uhr im Palmenhaus in Unkel, Fritz-Henkel-Str. 1.
Weitere Aufführungen sind dort am Samstag, 13.08. um 19 Uhr, am Sonntag, 14.08. um 17 Uhr, am Samstag, 20.08. um 19 Uhr und am Sonntag, 21.08. um 17 Uhr.

Karten können für 15 EUR beim GVU bestellt werden unter: geschichtsverein@unkel.org
Nach Zahlungseingang auf dem
Konto des Geschichtsvereins
IBAN DE94 5746 0117 0005 4065 44
mit Angabe des Tages der Veranstaltung und der Personenzahl im Verwendungszweck
ist die Reservierung perfekt und die Eintrittskarten werden am Eingang hinterlegt.

Bei Florian Schädlich, Frankfurter Str. 25, Unkel, sind Karten auch direkt erhältlich.

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